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Rezension zu „Elefant“ von Martin Suter

In Martin Suters Roman „Elefant“ geht es um gescheiterte und scheiternde Existenzen, Ambitionen, Gentechnik und einen rosa leuchtenden Minielefanten.
Schoch, ein Obdachloser in Zürich, sieht eines Nachts eben diesen Elefanten und tut dies zunächst als alkoholinduzierte Halluzination ab. Als der kleine Elefant allerdings immer wieder auftaucht, beginnt er seinen Augen zu trauen und fängt an, sich um das Tier zu kümmern. Allerdings hat nicht nur er Interesse an dem besonderen Wesen.
Ebenfalls Akteure der Geschichte sind ein Zirkusdirektor, dessen Zirkus langsam den alten Glanz verliert, ein skrupelloser Forscher und zwei Tierärzt*innen mit den Herzen am richtigen Fleck.
Die Geschichte wird aus den verschiedenen Perspektiven und parallel auf verschiedenen Zeitebenen erzählt. Die Charaktere sind gut gezeichnet und schnell sind die Sympathien verteilt. Besonders den Miniaturelefanten muss man sofort ins Herz schließen.
Mir persönlich fehlte das letzte Stück Zugang zu den Charakteren, um den Roman rund zu machen, aber darüber ist angesichts der Klasse des Autors und der interessanten Geschichte hinwegzusehen. Besonders spannend ist der Einblick, den man in Gentechnik und Obdachlosigkeit (zumindest die in Zürich) erhält. Der Roman schaffte es nicht umsonst auf die Spiegel-Bestsellerliste.

Tabea Bader, Bibliothekarin

Informationen zum Buch
Titel: Elefant
Autor: Martin Suter
Verlag: Diogenes
ISBN: 978-3-257-06970-9

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