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Rezension zu „Der Bus von Rosa Parks“ – Jugendsachbuch

Diese Rezension ist Teil der Aktionswochen gegen Rassismus. Mehr dazu hier: www.wir-bieten-vielfalt-einen-ort.de/2021/03/11/die-stadtbibliothek-charlottenburg-wilmersdorf-gegen-rassismus.
Hier finden Sie die offizielle Webseite der Aktion: www.bringdichein-berlin.de/cw-gegen-rassismus.


Die auf einer wahren Begebenheit beruhende Geschichte des Kinder- und Jugendsachbuchs spielt in Amerika. Erzählt wird sie aus der Sicht eines Afroamerikaners. Ein Großvater erzählt seinem Enkel die Geschichte von Rosa Parks, die sich am 1. Dezember 1955 dagegen zur Wehr setzte, sich als Mensch zweiter Klasse mit eingeschränkten Rechten behandeln zu lassen. Sie fühlte sich nicht wie ein vollwertiges Mitglied der Gesellschaft und wollte das Denken Amerikas verändern.

Rosa Parks war eine der ersten Schwarzen, die für ihre Rechte einstanden und sich den damaligen Traditionen widersetzten. Ihr war es nicht wichtig, ob ihre Handlung negative Folgen für sie haben würde. Sie wollte etwas verändern.

Der Großvater wurde selbst Zeuge, als Rosa Parks sich weigerte, im Bus für einen weißen Mann ihren Sitzplatz aufzugeben, während andere Schwarze Fahrgäste wie selbstverständlich aufstanden. Sie wurde dafür von der Polizei festgenommen und löste zum ersten Mal eine große Debatte zum Thema Rassismus und Gleichbehandlung aus. Aus Protest und Reaktion auf die Festnahme Rosa Parks‘ stieg in Montgomery kein*e Schwarze*r mehr in einen Bus. Die Verweigerungshandlung Rosa Parks‘ wird auch als starkes „NEIN“ bezeichnet und führte dazu, dass ein Jahr danach der Oberste Gerichtshof die Rassentrennung in öffentlichen Verkehrsmitteln für gesetzwidrig erklärte.

Im Buch wird sowohl durch den Text als auch durch die veranschaulichenden Bilder eine starke Atmosphäre erzeugt, die zum einen den Mut und die Stärke der Rosa Parks widerspiegelt, zum anderen aufzeigt, welche Missstände zwischen Menschen innerhalb ein und desselben Landes vorherrschen können und wie Oberflächlichkeiten das Leben vieler Menschen beeinflussen.

Auf einfühlsame Weise wird mit der Großvater-Enkelsohn-Beziehung gezeigt, wie Geschichte (durch Frauen) geschrieben werden kann. Die Hauptfiguren der Erzählung sind die Schwarzen Menschen Amerikas verschiedener Zeiten: Sowohl Rosa Parks als auch der Großvater haben Zeiten starken Rassismus erlebt. Der Großvater fungiert als Zwischenfigur, denn er lebt auch im Heute, wo sein kleiner Enkelsohn gesetzlich die gleichen Rechte wie alle anderen Kinder in Amerika besitzt. Aber auch heute gibt es – überall auf der Welt – Menschen, die sich aus den verschiedensten Gründen über andere stellen. Dass es sich lohnt, für sich und seine Rechte einzutreten, dafür zu kämpfen und sich dieser bewusst zu werden, zeigt ihm die Geschichte von Rosa Parks.

Ich kann das Buch jedem/jeder empfehlen, der/die sich gegen Rassismus einsetzt und etwas über Mut und Durchsetzung lernen möchte. Es zeigt, dass mit Courage alles möglich ist. Denn niemand muss sich behandeln lassen, als wäre er schlechter als ein anderer, nur weil er nicht in das Weltbild des anderen passt.

Anna Spetzke (Bibliotheksmitarbeiterin)

Informationen zum Buch
Titel: Der Bus von Rosa Parks
Autoren: Fabrizio Silei, Maurizio A. C. Quarello
Verlag: Jacoby & Stuart
ISBN: 978-3-941787-40-7

Signatur: 6/Gesch 937,3 Sile
(Vorhanden in allen Bibliotheken des Bezirks.)

#cwgegenrassismus

 

 

 

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