Rückblick auf das Netzfest am 4. und 5. Mai 2019

Am vergangenen Wochenende (4. und 5. Mai) hat das Netzfest 2019 im Park am Gleisdreieck in Berlin stattgefunden. Das Netzfest wurde im Vorfeld der re:publica vom 6. bis 8. Mai 2019 in der Station Berlin gefeiert. An den Ständen im Freien und in einer Halle des Deutschen Technikmuseums waren unterschiedliche Institutionen vertreten wie die Berliner Datenschutzbehörde, der Verbund Öffentlicher Bibliotheken (VÖBB) mit dem kleinen Bücherbus „Henri“ aus Treptow-Köpenick, das Deutsche Technikmuseum, der Westdeutsche Rundfunk, das Museum für Naturkunde Berlin etc. sowie Initiativen wie „Omas gegen Rechts“, „Gesicht zeigen, für ein weltoffenes Deutschland“ und weitere mehr. Es wurden dort z.B. kurze Trickfilme produziert, „mit der Maus programmiert“ (WDR), 3D-Druck, Virtual Reality und ein humanoider Roboter vorgestellt und es konnten noch zahlreiche weitere spannende, digitale und analoge Technikangebote ausprobiert werden. Der VÖBB hatte sogar die Möglichkeit in einem halbstündigen Vortrag auf der Netzfest-Bühne seine digitalen Angebote im Netz und vor Ort in den Bibliotheken darzustellen, was auch im Tagesspiegel in einem Artikel aufgenommen worden ist.

Auch die Stadtbibliothek Charlottenburg-Wilmersdorf war beim Netzfest aktive Partnerin: Wir haben am Samstag und Sonntag jeweils von 10 – 18 Uhr dem interessierten Publikum unseren mobilen Musik-Makerspace „m3“ präsentiert, der normalerweise in der Musikabteilung der Heinrich-Schulz-Bibliothek (HSB) im Rathaus Charlottenburg steht. Alle Besucher*innen – die wollten – durften das Komponieren bzw. Mischen elektronischer Musik selbst ausprobieren, und dies auch so lange wie sie wollten. Wer „Erste Hilfe“ zum Einstieg benötigte, erhielt diese durch uns Bibliotheksmitarbeiter*innen und zusätzlich den beiden ehrenamtlich aktiven Bibliotheksnutzern Daniel und Gabriel, die sich sehr gut in der Bedienung der Musik-Software auskennen. Nicht zu vergessen Daniel Richter, der zusammen mit einem Kollektiv an Experten wie einem Möbeldesigner, Toningenieur, Tischler und Grafiker den m3 nach den Wünschen der Stadtbibliothek entwickelt hatte. Er wies uns und die ersten Besucher*innen ebenfalls in die Welt der elektronischen Musikproduktion ein.

Wer kam bei uns am Stand vorbei und probierte den m3 aus? Alle Altersgruppen jeden Geschlechts, viele fremde Sprachen, Newbies (Neulinge) und Profis. Von Zehnjährigen bis zu Senior*innen hämmerten (manchmal) entweder mit Fäusten auf die Tasten ein oder trauten sich vorsichtig, aber neugierig an die für sie unbekannte Technik heran. Teilweise wurden von erfahrenen Besucher*innen in den verschiedenen Musik-Software-Angeboten neue Fenster und Optionen geöffnet, die wir aus der Bibliothek, die sich immerhin einmal rudimentär in die Materie einarbeiten konnten, noch nie gesehen hatten. So profitierten wir in jeder Weise von Anfänger*innen und Fortgeschrittenen, indem wir einerseits immer wiederkehrende Knackpunkte in der Herangehensweise an die Musik-Produktion wahrnehmen konnten und andererseits neue Funktionen kennenlernen durften. Diese Erfahrungen waren sehr bereichernd, da wir gelernt haben, wie in der interessierten Gemeinschaft „Neuland“ erobert werden kann und nicht alle Neuheiten auf schulischem Wege mit Frontalunterricht geschult werden müssen oder sollten. Für unsere zukünftigen Workshops für Anfänger*innen und Fortgeschrittene am m3 haben wir insofern sehr wertvolle Kenntnisse gewinnen können.

Parallel hatten wir noch für die ganz Kleinen – quasi als Mini-Musik-Makerspace – den Dato Duo aufgestellt. Dieser kleine Kasten bietet die Möglichkeit für Kleinkinder, Töne und Melodien mittels Schiebern und Drehknöpfen zu verändern. Es gab nur wenige Zeitpunkte, an denen der Dato Duo nicht umlagert war und zwar von Eltern wie Kindern gleichermaßen. Viele der Besucher*innen hatten sich zuerst den Musik-Makerspace für Kinder angeschaut und sind dann zu dem für Große rübergewandert.

Erschöpft und müde haben wir den m3 am Montagmorgen nach dem Netzfest wieder in der HSB vom Kurier in Empfang genommen und nach dem Wiederaufbau glücklich festgestellt, dass nichts (zusätzlich) beschädigt worden ist(, was nicht vorher bereits beschädigt gewesen ist, wie z.B. ein Kopfhörer) und keine einzige Komponente abhanden gekommen war. Damit hat das Gesamtkonzept des m3  seine erste Bewährungsprobe vollumfänglich bestanden! Die Reaktionen der Besucher*innen auf dem Netzfest waren außerdem durchgehend von Begeisterung geprägt. Die meisten Personen erwarten ein solches kostenfreies Angebot nicht in einer Öffentlichen Bibliothek und sehr viele haben sich gleich die Standortinformationen zum m3 mitgenommen. Wir hoffen nun, dass uns diese Begeisterungswelle viele neue Nutzer*innen des m3 in die Bibliothek spülen wird.