Vortrag: „Ruanda“ von Helga Merkelbach – Heinrich-Schulz-Bibliothek

Am Donnerstag, den 14.03.2019, um 19:00 Uhr, nimmt uns Helga Merkelbach in der Heinrich-Schulz-Bibliothek mit auf ihre Reise durch Ruanda.
Sie beginnt mit dem Bild von Afrika und Ruanda, das wohl die meisten von uns im Kopf haben und stellt dieses ihren tatsächlichen Eindrücken gegenüber. Weiter begibt sie sich zu einer Konferenz der weltweiten Friedensorganisation SERVAS – zu Gast bei SERVAS-Mitgliedern, wo sie zehn Tage im Alltag einer ruandischen Familie lebt. Sie nimmt uns mit auf eine Wanderung allein am Kivu-See, zu Gesprächen mit Paaren, die sich von Gewalt und traditionellen Geschlechterrollen verabschiedet haben und vielem mehr.
Zurückgekehrt ist sie mit einem veränderten Blick auf ein afrikanisches Land.

 

Eintritt: frei

Ort: Heinrich-Schulz-Bibliothek

Datum: 14.03.2019

Zeit: 19:00 Uhr

Tel.: 030/9029-12217

Helga Merkelbach über sich selbst:

1974 war ich zum ersten Mal auf dem afrikanischen Kontinent, um mit einer englischen NGO durch Arbeit in Dörfern und Vorträge an der Uni einen Eindruck von ujamaa – der tansanischen Form von Sozialismus unter Julius Nyerere zu bekommen.

Von 1973 an engagierte ich mich in der Anti Apartheid Bewegung und bin über die Vater-Familie meiner Tochter weiter mit Namibia verbunden.

1995-98 arbeitete und lebte ich in Äthiopien. Insgesamt habe ich etwa ein Sechstel meines Lebens außerhalb Deutschlands verbracht.

Zusammengefasst beschämt mich zunehmend die Gastfreundlichkeit vor allem von Menschen in viel ärmeren Ländern. Ich bin dankbarer geworden, in Deutschland Abwesenheit von Krieg und Gewalt als Alltag genießen zu dürfen, Bürgerrechte zu haben und große Freiheiten. Mir ist zunehmend meine Privilegiertheit bewusst geworden, dass ich mich nicht nur in meinem eigenen Land frei bewegen darf, sondern mein deutscher Pass mir in mehr als 180 von 194 Ländern Zugang verschafft.

Ich bin in etliche Länder der Welt gereist – fast immer mit direkten Aufenthalten in einheimischen Familien, was mit der Gastfreundschafts- und Friedensorganisation SERVAS leicht zu arrangieren ist.

Eine SERVAS-Konferenz brachte mich 2017 nach Ruanda. Mein vierwöchiger Aufenthalt änderte zunehmend meinen Blick von „Land des Genozids 1994“ zu einem friedlichen, sich schnell und selbst entwickelnden Land, von dem wir in Deutschland viel lernen könnten. Um nur eines zu nennen: Verbot von Plastiktüten.