Rezension zu „Ich bin raus: Wege aus der Arbeit, dem Konsum und der Verzweiflung“ von Robert Wringham

Mitreißend schreibt Robert Wringham, englischer Autor und Stand-up-Comedian, über seine Unzufriedenheit mit der Arbeitswelt, in der wir leben und seine Versuche, einen Ausweg daraus zu finden; sich zu „entfesseln“. Sein großes Vorbild ist Houdini, der einst weltberühmte Entfesselungskünstler.
Der Autor legt dar, in welcher Falle viele Menschen in der westlichen Zivilisation heutzutage gefangen sind: Ein Teufelskreis aus Arbeit und Konsum, aus dem es scheinbar kein Entrinnen gibt. Doch damit gibt sich Wringham nicht zufrieden. Das Leben muss mehr bereithalten als 40 Jahre Lohnarbeit, das Warten auf Wochenenden, Urlaub, Rente und alle zwei Jahre ein neues Auto!

Das Buch ist dreigeteilt: Zuerst beschreibt der Autor die heutigen Umstände und wie es dazu gekommen ist. Im zweiten Teil geht es um Alternativen dazu und zuletzt legt Wringham Pläne für einen tatsächlichen Ausstieg aus der Tretmühle dar.

Anregend fand ich seine Ausführungen zu Arbeit, Konsum und Bürokratie. Köstlich sind seine Seitenhiebe gegen bestimmte Entwicklungen im heutigen Bibliothekswesen (Wringham ist selbst Bibliothekar), wobei öffentliche Bibliotheken in seinem Plan von einem „guten Leben“ durchaus eine sehr positive Rolle spielen.
Eine geistig nahrhafte UND unterhaltsame Lektüre. Unbedingt reinschauen!

Jana Hoffmann, Bibliothekarin

Informationen zum Buch
Titel: Ich bin raus: Wege aus der Arbeit, dem Konsum und der Verzweiflung
Autor: Robert Wringham
Verlag: Wilhelm Heyne
ISBN: 978-3-453-27080-0

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